„Das Ständche wird bleiben“

Des Alsemer StändchenMitteilung des Verkehrsvereins Alsheim und Beantwortung entstandener Fragen zu dem Thema „Alsheimer Ständche“.

Der Vorstand des Verkehrsvereins Alsheim (VVA) ist überrascht über die vielen Reaktionen im Ort und in den sozialen Medien. Er hat in den vergangenen Jahren mit viel Engagement und in ehrenamtlicher Vereinsarbeit das Ständchen betrieben und den Besuchern einen Ort für ein gutes Miteinander geboten. Das Interesse vieler Bürgerinnen und Bürger spornt den VVA an, weil das Ständchen als Institution wahrgenommen und der Erhalt gewünscht wird.
Jedem Besucher des Ständchens ist aufgefallen, dass sich dieses von der ursprünglichen Radlerrast und Touristeninformation zu einem Treffpunkt für Alsheimer Bürger weiterentwickelt hat. Dadurch verändern sich die Betriebsbedingungen für das Ständchen. Um weiterhin den rechtlichen Anforderungen genügen zu können, muss der VVA Anpassungen vornehmen. Ein Arbeitskreis des VVA ist durch den Vorstand mit der Erstellung eines Betriebskonzepts beauftragt worden. Diesem Arbeitskreis gehört auch ein Vertreter der Ständchen-Mannschaft an.

Mit der Eröffnung des Ständchens für die Saison 2017 sollen die Änderungen wirksam werden. Damit der von der Ständchen-Mannschaft gewünschte Öffnungstermin zum 1. Mai ermöglicht werden konnte, sind mit dem kompletten Ständchen-Team diese notwendigen Änderungen besprochen, erläutert und begründet worden. Aus persönlichen Gründen hat sich die Ständchen-Mannschaft entschieden, die Veränderungen nicht mitzumachen und damit nicht weiter zur Verfügung zu stehen. Auf deren Wunsch hin ist versucht worden, wenigstens die Feiern zum 1. Mai, zum Rheinradeln und zum Vatertag zu ermöglichen. Leider ist auch das nicht gelungen.
Der Vorstand des VVA bedauert es sehr, mit der beliebten Truppe nicht mehr zusammenarbeiten zu können. Er bedauert es ebenso, dass es nicht gelungen ist zu vermitteln, dass das Ständchen geordnet betrieben werden muss und hierfür Änderungen im Betrieb unabdingbar sind. Es muss an dieser Stelle aber auch betont werden, dass der VVA Betreiber des Ständchens ist und hierfür die rechtliche und wirtschaftliche Verantwortung trägt. Die Wünsche des Ständchen-Teams werden soweit wie möglich berücksichtigt. Ein gewünschtes „Weiter wie bisher“ ist allerdings nicht möglich, da ansonsten der Verein mit Konsequenzen rechnen müsste.
Der VVA steht weiterhin für das Ständchen. Es soll keinesfalls geschlossen bleiben, was auch nicht im Gespräch gewesen ist. Die Ortsgemeinde und der VVA haben daher vereinbart, dass das Ständchen in einem improvisierten Rahmen geöffnet wird. Damit wird sichergestellt, dass sich die Alsheimer Bürgerinnen und Bürger sowie die Touristen dort treffen können, wenngleich vorläufig nicht so regelmäßig wie gewohnt.
In der kommenden Vorstandssitzung des VVA wird das Betriebskonzept für das Ständchen beraten und das weitere Vorgehen beschlossen. Im Vorgriff ist der erste Genehmigungsantrag bereits bei der Verbandsgemeinde gestellt, da solche Verfahren Zeit benötigen.

In Verbindung mit dem Ständchen sind einige Fragen entstanden und Kritik geäußert worden. Zur Aufklärung geht der VVA wie folgt darauf ein:

 

1. Was ändert sich für den Verein und die Ständchen-Mannschaft?

    - Die Tätigkeit im Ständchen wird zur gewerblich befristeten Beschäftigung.
Der Einsatz der Ständchen-Mannschaft des VVA hat durch das Interesse der Alsheimerinnen und Alsheimer mittlerweile über die Saison hinweg einen Umfang angenommen, der nicht mehr durch ehrenamtliche Vereinsarbeit zu bewältigen ist. Darauf muss der VVA reagieren. Die im Ständchen tätigen Personen werden daher eine verdiente Entlohnung in angemessener Höhe erhalten. Damit ist eine Anmeldung bei der Minijob-Zentrale der für alle  Beteiligten einfachste und rechtlich vorgeschriebene Weg.

    - Die Kassenführung wird an die neuesten Anforderungen angepasst.
Die Umsätze des Ständchens muss der Verein selbstverständlich in seiner Steuererklärung angeben. Damit das Finanzamt die Steuererklärung in vollem Umfang anerkennt, müssen Buchführung und Belege den Anforderungen der Behörde genügen. Aus diesen Erfahrungen heraus wird die Buchführung des Vereins zukünftig noch detaillierter erfolgen müssen. Der Vorstand, und hier insbesondere der Kassenwart, besteht darauf, da ansonsten dem Verein finanzielle Nachteile entstehen können. Die zusätzliche Belastung der Ständchen-Mannschaft ist erträglich, da die Verwaltungsarbeit im Wesentlichen „hinter den Kulissen“ durch Vorstandsmitglieder erledigt wird.

    - Die Ausschankgenehmigung wird beantragt.
Der Ausschank von alkoholischen Getränken ist grundsätzlich an eine Schankerlaubnis gebunden. Um diese zu erhalten, muss das Ständchen festgelegten Anforderungen genügen, die auch überprüft werden. Die Ausnahme zum Ausschank alkoholischer Getränke, die sich aus der Formulierung im Gaststättengesetz ergibt und auf die sich der Verein bislang bezogen hat, ist strittig geworden, was erste Gerichtsurteile hierzu bestätigen. Dem muss sich der Verein anpassen. Daher hat er eine Vorprüfung zur Erteilung einer Schankerlaubnis beantragt mit dem Ziel, die Schankerlaubnis zu erhalten.

 

2. Wird die Ständchen-Mannschaft durch die Anmeldung für gewerblich kurzfristige Tätigkeit benachteiligt?

Nein, im Gegenteil. Bewusst hat der Verein die Anmeldung als gewerblich befristete Beschäftigung (sogenannte Saisonarbeit) bevorzugt. Das bringt den Personen gemäß der Darstellung der Minijob-Zentrale Vorteile, da

  • für die Personen nicht die Höhe des Verdienstes, sondern die Beschäftigungsdauer von Bedeutung ist;
  • der Verdienst nicht auf einen weiteren, auch gewerblichen, Minijob (450,00 Euro-Job) angerechnet wird  sehr wichtig!
  • es im Regelfall keine Auswirkungen auf Renten hat – sehr wichtig!
  • Lediglich Lohnsteuer und keine Sozialabgabe fällig ist;
  • In den meisten Fällen der aktuelle Berufsstatus eine Beschäftigung zulässt;
  • die Personen im Ständchen unfallversichert sind – sehr wichtig!

Hinzu kommt, dass ein Arbeitsvertrag mit allen Rechten geschlossen wird. 

3. Was haben der Ortsbürgermeister, die Beiräte und der Gemeinderat mit den Änderungen im Ständchenbetrieb zu tun?

Nichts. Die Ortsgemeinde stellt den Verkaufsstand und gestattet den Ständchenbetrieb auf dem öffentlichen Gelände. Weiterhin gestattet sie die Nutzung der Toilette auf dem Dorfgemeinschaftsplatz während der Öffnungszeiten des Ständchens. Besondere Auflagen gibt es nicht. Die Ortsgemeindeverwaltung und der Gemeinderat sehen dagegen ausdrücklich den Wunsch der Alsheimerinnen und Alsheimer und sind für die Weiterführung des Ständchens. 

4. Hätte nicht alles wie bisher weiterlaufen können?

Nein. Die Behörden, wie Finanzamt, Veterinäramt, Gesundheitsamt, werden mehr und mehr auf kulturelle Veranstaltungen, Weinstände, Weinfeste, Weinwanderungen u. a. aufmerksam und überprüfen diese nach und nach. Entsprechende Signale hat der VVA bereits erhalten. Werden Verstöße festgestellt, drohen Bußgelder und eine Zwangsschließung. Davor will der Verein sich und die Ständchen-Mannschaft schützen. Dies gilt nicht nur für den VVA, sondern auch für mögliche andere Betreiber. 

5. Was ändert sich zukünftig am Ständchen?

Solange der VVA Betreiber des Ständchen ist, wird er Sorge tragen, dass sich für den Besucher möglich nichts ändert. Die Änderungen sind tatsächlich eine notwendige vereinsinterne Angelegenheit. Die Ständchen-Mannschaft wird allerdings eine andere sein. Der VVA hofft jedoch, den Einen oder Anderen aus dem bisherigen Ständchen-Team wieder gewinnen zu können. Das ist alles. 

6. Muss die Ständchen-Mannschaft zukünftig die Toilette putzen?

Natürlich nicht. Hier ist ein Gerücht entstanden, das unzutreffend ist. Auch für diesen Service wird der VVA jemanden einstellen, bzw. eine Vereinbarung mit der Gemeindeverwaltung treffen. Da eine Eröffnung ab 1. Mai durch das Ständchen-Team gewünscht gewesen ist und bis zu diesem Termin ein Toilettenservice nicht zur Verfügung gestanden hat, musste hierfür eine Lösung gefunden werden. Das Ständchen-Team ist daher gebeten worden zu überlegen, ob es selbst ausnahmsweise über die Zeit der Eröffnung zum Maifeiertag die Toilette putzen kann. Nochmals: Das war als Bitte formuliert und wäre nur zur Eröffnung des Ständchens für Ende April/Anfang Mai notwendig gewesen. 

7. Hätte das Ständchen trotz allem ab 1. Mai eröffnet werden dürfen?

Der Verein hat dies angestrebt. In der Übergangszeit wären Kompromisse nötig und möglich gewesen. Leider hat sich die Ständchen-Mannschaft entschieden, die notwendigen Änderungen nicht mitzumachen. Da der VVA die rechtliche und wirtschaftliche Verantwortung für das Ständchen trägt, kann den Wünschen der Ständchen-Mannschaft nur in dem gegebenen rechtlichen Rahmen entsprochen werden. Eine neue Mannschaft hat nicht zur Verfügung gestanden, sodass der VVA das Ständchen vorläufig nicht eröffnen konnte. 

8. Wann wird das Ständchen wie gewohnt weitergeführt?

Da die Absage der Ständchen-Mannschaft überrascht hat, kann keine Aussage getroffen werden, wann das Ständchen wie bisher geöffnet haben wird. Es muss zuerst ein neues Team zusammengestellt werden. Wir beraten dies in der nächsten Vorstandssitzung. Weiterhin steht der Verein in engem Kontakt mit der Gemeindeverwaltung und dem Gemeinderat, denn die Weiterführung des Ständchens wird mit beiden abgestimmt. Alle sind an einer tragbaren Lösung interessiert. Daher wird es in der Zwischenzeit für die Bürgerinnen und Bürger einen provisorischen Betrieb geben. 

9. Hat der VVA zu spät reagiert und warum sind die Änderungen erst kurz vor Ständcheneröffnung bekannt gemacht worden?

Die Erstellung eines Betriebskonzepts ist nur mit erheblichem Aufwand möglich. Darauf hat sich der Verein im Winter konzentriert. Weiterhin hat der Verein Änderungen in der vereinseigenen Buchführung eingeführt, um die Zusammenarbeit mit dem Finanzamt zu erleichtern und zu vereinfachen. All das hat Zeit gekostet, sodass erst aktuell die Änderungen auch für das Ständchen umgesetzt werden konnten.

Wir wissen, dass die Vorfreude wieder sehr groß ist, und bitten alle unsere treuen Ständchenbesucher, Einheimische und Gäste, um Verständnis.

Selbstverständlich wird unser Ständchen nicht sterben.

Wir werden es für uns alle am Leben erhalten und wiedereröffnen – für Sie, für uns, für Euch!

Dem bisherigen Ständchen-Team danken wir ausdrücklich für die erbrachte Leistung.

 So bald wie möglich werden wir weiter informieren.

Wir freuen uns auf Sie nach der Wiedereröffnung in diesem JahrSchauen Sie doch einfach mal vorbei. Sie werden bei uns immer herzlich willkommen sein.

Verkehrsverein Alsheim
der Vorstand